Telefonieren gegen Alzheimerverfasst am 14.08.2013 von Martin Pflugmann

Wenn ich nachts mein Handy aus der Hosentasche nehme und als Wecker an den Nachtisch lege, muss ich mir regelmäßig von meiner Freundin anhören, dass die durchgehende Handystrahlung nicht gut für mich sei.

Ist das so? Es gibt eine Vielzahl von Studien, deren Ergebnisse sich widersprechen. Die WHO stuft Handystrahlung jedoch als möglicherweise krebserregend („possibly carcinogenic“) ein. Bei einer Studie, die im „Journal of Alzheimer’s Disease“ erschien, muss ich jedoch unweigerlich schmunzeln: Handystrahlen haben eine nachweislich positive Wirkung auf Mäuse mit Alzheimer!

Mäuse am Smartphone

In Tampa, South Florida haben Wissenschaftler der dortigen Universität eine Studie mit 100 Mäusen durchgeführt. Ein Teil der Mäuse trug eine Genveränderung, die zu Alzheimer-typischen Ablagerungen des ß-Amyloid führt. Die Alzheimer-Mäuse sowie eine gesunde Kontrollgruppe wurden bis zu neun Monate lang zwei Mal am Tag eine Stunde mit 918 Megahertz  mittels einer Antenne beim Käfig bestrahlt. Diese elektromagnetische Strahlung entspricht der Strahlung eines Handys  am Ohr.

… Bei jungen und noch gesunden genveränderten Alzheimer-Mäusen waren verblüffender weise keine ß-Amyloid Ablagerungen im Gehirn festzustellen und auch die bereits erkrankten Alzheimer-Mäuse machten bei den Tests einen besseren Eindruck in Bezug auf Verhalten und kognitive Fähigkeiten. Überraschend war ebenfalls die Entwicklung der Kontroll-Mäuse bezüglich der Leistungsfähigkeit. Diese konnten besser bei Gedächtnistests abschneiden als komplett gesunde Mäuse ohne Strahlungseinwirkungen.

Angenommen wird, dass die Wellen der Strahlung die Gehirnzellen stimulieren, ebenso wie Schwingungswellen von Ganzkörpertrainingsgeräten auch Muskelgruppen anregen und dabei zu erhöhter Muskelkontraktion führen. Die Ursachen für den Erfolg sind bisher nicht zweifelsfrei geklärt. Die bisher einzig bekannte Auswirkung ist eine leicht gestiegene Temperatur des Gehirns.

Smartphones als Alzheimertherapie?

Inwieweit sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen und welchen Einfluss sie auf zukünftige Therapieformen haben ist fraglich.  Aber ich werde weiterhin meinen Handywecker benutzen und auch beim Telefonieren nicht mehr nur alleine die Kosten sondern auch die gesundheitlichen Aspekte im Blick haben.

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